Ein Polterabend ist ein typisch in Deutschland stattfindender Hochzeitsbrauch, der durch das Zerbrechen von Porzellan das Gelingen einer Ehe wünschen soll. In den um Deutschland liegenden Ländern wie Österreich, Schweiz oder Polen wird eher der Abschied des Ledig-Seins gefeiert, was bei uns unter Junggesellenabschied bekannt ist. Bevor man allerdings einen Polterabend plant, ist es wichtig zu wissen, was für eine Geschichte und Deutung dahinter steckt.

Geschichte und Deutung

Erste Aufzeichnungen solcher Bräuche wie beim Polterabend finden sich im Spätmittelalter, die damals den Namen Polternacht trugen. Früher fand der Polterabend immer am Tag vor der kirchlichen Trauung statt und diente für letzte Vorbereitungen für das Hochzeitsfest. Oftmals lag das Schmucken der Feierlichkeit in den Händen von Nachbarn und Bekannten, die dann als Dankeschön Spirituosen erhielten. Für diesen Abend stand besonders das gesellige Zusammensein im Mittelpunkt. Ein Polterabend wie er jedoch heute stattfindet, war bereits im 19. Jahrhundert mit Spielen und Feierlichkeiten verbunden. Die Teilnehmerzahl stieg stetig an und sowohl der finanzielle als auch der organisatorische Aspekt erhöhten sich stark.

Das Sprichwort ‚Scherben bringen Glück‘ trägt einen wesentlichen Teil zum herkömmlichen Brauch des Polterabends, dem Porzellanzerbrechen, bei. Dafür sammeln einige ihr angeschlagenes Geschirr, oder die Verwandten und Bekannten sorgen dafür. Es wurde vor vielen Jahren als eine Art Opfergabe-Ritus bezeichnet. Der Lärm, der beim Zerbrechen des Porzellans entsteht, soll ein Abwehrzauber gegen Geister und Dämonen sein und somit das Ehepaar beschützen. Daher entsteht auch der Name, denn das Poltern durch das Zerbrechen des Geschirrs vertreibt die Bösen Geister und bringt Glück.

Heute allerdings ist ein Polterabend vor der Hochzeit nicht mehr zu leisten, da die Entwicklung des Polterabends so schnell vorangeschritten ist, dass Planung und Durchführung viel Zeit und Arbeit in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund findet der Polterabend häufig eine Woche vor der Hochzeit statt, denn dieser hat sich zu einem eigenen Fest entwickelt.

Traditionelle Bräuche zum Polterabend

Traditionell findet der Polterabend vor dem Elternhaus der Braut bzw. deren Eltern statt. Lediglich der Termin wird vom Brautpaar bekannt gegeben und im Einzelnen wird niemand direkt eingeladen. Das Brautpaar sorgt für Speisen und Getränke. Ein traditionelles Gericht für einen Polterabend ist eine Hühnersuppe. Hühner sind ein Symbol für Fruchtbarkeit, deshalb wurden dem Paar früher oftmals Hühner geschenkt.

Zum Polterabend wird hauptsächlich gebrauchtes Geschirr benutzt, allerdings können beim Zerbrechen auch Fliesen, Toilettenschüsseln, Waschbecken oder Blumentöpfe verwendet werden. Man rät davon ab Gläser und Spiegel zu zerbrechen, denn Gläser stehen für Glück und darf daher nicht zerstört werden und wenn Spiegel zerbrechen bedeutet das sieben Jahre Pech. Das Brautpaar soll dann den Scherbenhaufen zusammen beseitigen (die Scherben zusammen fegen), was als erste gemeinsame Handlung für das Paar für das zukünftige gemeinsame Agieren sein soll.

Im Norden Deutschlands ist der Brauch verbreitet, die Hose des Mannes um Mitternacht am Polterabend zu verbrennen, denn das soll die Junggesellenzeit beenden. Zudem werden die Schuhe der Braut an einen Baum genagelt, um sie so daran zu hindern, davonzulaufen. In einigen Regionen wird stattdessen der BH der Braut verbrannt.

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