Der Karfreitag liegt zwischen Gründonnerstag und Karsamstag. Er zählt zu den bundesweiten gesetzlichen Feiertagen und ist auch ein “stiller Tag“. Am Karfreitag gedenken die Christen dem Kreuzigungstod Jesu Christis.

Die Bedeutung von Karfreitag

An diesem Tag fand laut Bibelüberlieferungen die Kreuzigung Jesu Christis statt. Karfreitag soll an Jesus und seinen Kreuzigungstod erinnern. Dabei spielen Trauer und Buße ebenso eine große Rolle wie Besinnlichkeit und Erinnerung. Karfreitag zählt zu den Fastentagen in der Vorosterzeit. Zugleich steht das Gedenken an die Kreuzigung in enger Verbindung mit der Auferstehung und somit mit Leben und Hoffnung.

Karfreitag in der Geschichte

Das Wort „Kar“ (althochdeutsch)steht im wörtlichen Sinne für Trauer oder Kummer. Ab wann genau der Karfreitag als Gedenktag diente ist nicht genau bekannt. Erste Belege für das Zelebrieren am Karfreitag lassen sich im 2. Jahrhundert finden.

Mit den Jahrhunderten veränderte sich die Bedeutung des Tages. Zunächst als Fastentag bedeutsam, steht seit dem 17. Jahrhundert vor allem die Buße Mittelpunkt. Im Vordergrund steht aber auch heutzutage noch das Gedenken an die Kreuzigung und Jesus Christus.

Bräuche und Aberglaube am Karfreitag

Viele Bräuche und reichlich Aberglauben gehen mit dem Karfreitag einher. Christliche Rituale, aber auch verschiedene Volksglauben sind feste Bestandteile des Feiertages.

Die Bedeutung des Tages

Karfreitag ist ein Gedenktag und soll an Jesus und seinen Tod durch Kreuzigung erinnern. Dabei stehen jedoch nicht nur Trauer und Schmerz im Vordergrund. Zentral sind eher Leben und Wiederauferstehung, die es ohne den Tod nicht hätte geben können. Karfreitag ist somit auch gleichzeitig Hoffnungsträger.

Gottesdienst am Karfreitag

Um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu Christi, findet der Karfreitags- Wortgottesdienst statt. Dieser besteht aus verschiedenen Elementen, beispielsweise dem Eröffnungsgebet um 15 Uhr, die Lesung der Leidensgeschichte Jesu und der Kreuzverehrung. An Karfreitag und üblicherweise auch am Samstag darauf werden keine Messen gelesen. Zudem ist der Altar am Karfreitag nicht geschmückt, d.h. es sind keine Blumen oder Kerzen zu sehen. Der Gottesdienst wird ohne Begleitung von Orgelspiel abgehalten. Karfreitag-Prozessionen (Umzüge) finden nur in seltenen Fällen statt.

Aberglauben rund um den Karfreitag

Säen Sie ihre Saat am Karfreitag, denn laut Aberglaube wächst und gedeiht diese dann besonders prächtig. Haben Sie den Frühjahrsputz noch nicht hinter sich gebracht? Nutzen Sie freie Zeit am Karfreitag, denn dann soll das Reinemachen laut Volksmund besonders gut von der Hand gehen. Anders verhält es sich bei Geschäftsabschlüssen oder Besorgungen. Versuchen Sie, diese nicht am Karfreitag zu erledigen.

Die am Karfreitag Verstorbenen würden laut Volksmund selig. Karfreitag ist sowohl Glücks- als auch Unglückstag. Das Unglück besteht in der Kreuzigung, das Glück im anstehenden Frühling und der damit verbundenen Hoffnung.

Die Bibelgeschichte Karfreitags

Am Morgen des Karfreitag wird Jesus vom Hohen Rat aufgefordert, sich zu seiner Aussage, „er sei der Sohn Gottes“ zu äußern. Er widerruft die Aussage nicht und wird vom Hohen Rat der Gotteslästerung angeklagt, was wiederum mit Tod durch Steinigung bestraft werden soll. Jedoch waren zur damaligen Zeit nur Römer dazu befugt, Todesurteile zu verhängen, sodass der römische Statthalter Pontius Pilatus über Jesus Schicksal entscheiden sollte.

Dabei erwähnt der Hohe Rat nicht die Anklage der Gotteslästerung sondern beruht sich auf die Behauptung, Jesus sei ein politischer Widerständler, der gegen Rom und dessen Politik wettert. Der Rat stützt sich auf die Aussage, Jesus hätte sich als als „König der Juden“ bezeichnet und somit das römische Kaiserreich in Verruf gebracht. Dies schürt natürlich das Interesse des römischen Statthalters. Pontius Pilatus befragt Jesus zu den Vorwürfen, dieser gibt den Anschuldigungen jedoch keinerlei Bestätigung.

Der Statthalter zweifelt an der Glaubwürdigkeit des Hohen Rates. Es besteht eine kleine Chance auf Freispruch, doch der Rat erpresst Pontius Pilatus. Sie drohen damit, dem Volke vom Freispruch Jesus und somit vom Freispruch eines großen „politischen Widerständlers“ zu berichten, was wiederum Ärger mit dem römischen Kaiser zur Folge hätte. Pilatus kann diesem Druck nicht standhalten, will Jesus aber nicht selber verurteilen. Somit lässt er das anwesende Volk wählen, welche der bestehenden Angeklagten begnadigt werden soll.

Das Volk entscheidet sich nicht für Jesus, sodass dieser zum Tod am Kreuz, einer üblichen Hinrichtungsmethode für Nichtrömer, verurteilt wird.

Jesus wird über den Kreuzweg zu seinem Hinrichtungsort auf dem Berg „Golgota“ geführt. Bereits während der Hinreise wird er gepeitscht und gepeinigt.  Jesus muss einen Kranz aus Dornzweigen auf dem Kopf tragen und die massiven Querbalken des späteren Kreuzes auf seinem Rücken transportieren. Dabei wird er gezwungen, sich ein herabsetzendes Schild, mit der Aufschrift „Jesus von Nazareth, König der Juden“ (INRI) umzuhängen. Jesus ist bereits stark geschwächt, sodass er den Balken die letzten Meter nicht mehr selber tragen kann.

Auf dem Berg wird er um 12 Uhr an das Kreuz gehängt. Neben ihm werden zwei vom römischen Reich als Verbrecher verurteile Männer ebenfalls gekreuzigt.

Bis heute ist unklar, ob er tatsächlich mit Nägeln an Füßen und Händen an das Kreuz genagelt oder durch Bänder daran festgebunden wurde.

In Jesus letzten Minuten dürfen auch keine Zuschauer mehr an der Hinrichtung teilnehmen. Er befindet sich allein am Kreuz. Dabei soll er folgende Worte gesagt haben: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ An seinem Lebensende sagte er „Es ist vollbracht“. Um 15 Uhr stirbt Jesus.

Einer von Jesus Jünger, Josef von Arimatäa, bittet Pilatus um die Freigabe des Leichnams. Er lässt ihn reinigen, salben und in ein Leinengewand hüllen. Anschließend wird Jesus in ein Felsengrab gebracht, dessen Eingang mit einem massiven Felsen verschlossen wird. 

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