Die Passionszeit beschreibt den Fastenzeitraum vor Ostern. Der Begriff wird von der evangelischen und katholischen Kirche unterschiedlich definiert.

Die Passionszeit beschreibt in der katholischen Kirche den Zeitraum vom 5. Sonntag der Fastenzeit bis zum letzten Tag des Fastenzeitraums. In der evangelischen Glaubensgemeinschaft steht Passionszeit synonym für die gesamte Fastenzeit. Die Fastenzeit soll daran erinnern, dass Jesus 40 Tage lang fastend und betend in der Wüste verbrachte.

Die Fastenzeit und Passionszeit

Die Fastenzeit beträgt 40 Tage und beginnt am Aschermittwoch. Sie endet am Karsamstag, also einen Tag nach Karfreitag. Die letzte Woche der Fastenzeit wird auch Karwoche genannt.

Im 2. Jahrhundert umfasste die Fastenzeit nur zwei Tage. Durch das Fasten sollten sich die Menschen auf die Osterzeit vorbereiten. Ein Jahrhundert später wurde der Fastenzeitraum erweitert. Nun verzichteten die Menschen die gesamte Karwoche auf ihre gewohnten Speisen. Erst durch das Konzil von Nicäa (4. Jahrhundert) wurde die Fastenzeit auf 40 Tage ausgedehnt.

Der Zeitraum vom Aschermittwoch bis zur Osterzeit beträgt 46 Tage. Die Fastenzeit ist jedoch nur 40 Tage lang, da die 6 Sonntage bis Ostern davon ausgeschlossen sind. Das liegt daran, dass Christen an jedem Sonntag, auch außerhalb des Fastenzeitraums der Auferstehung Jesu Christi gedenken.

Das Fasten

Üblicherweise sind Alkohol und Fleisch während der gesamten Fastenzeit verboten. Im Vergleich zu frühen Jahrhunderten sind die Fastenregeln relativ milde. Damals war es den Menschen nur erlaubt, ein bisschen Brot und Wasser am Tag zu sich zu nehmen. Das Essen war demnach fast gänzlich verboten. Erst im 15. Jahrhundert lockerte Papst Innozenz VIII die Regeln. Nun durften die Menschen zusätzlich Milchprodukte verzehren. Einige Menschen, die sich nicht zu den streng gläubigen Personen zählen, nutzen die Fastenzeit heutzutage auch dafür, eigene Grenzen kennenzulernen und bewusst auf ein geliebtes Lebensmittel zu verzichten.

Dabei sind nicht nur Nahrungsmittel oder Getränke ein beliebtes Fastenmittel. In der Zeit des World Wide Web und der Social Communities stellen sich einige auch der Herausforderung, 40 Tage auf das Nutzen von sozialen Plattformen zu verzichten und bis Ostern offline zu bleiben. Diese Vorhaben stützen sich dann meist aber nicht mehr auf die religiösen Grundlagen der Fastenzeit.

Die Bedeutung der Fastenzeit

Die erste Hälfte der Fastenzeit steht für Trauer und Bedachtsamkeit, während die zweite Hälfte durch Hoffnung und Frohsinn geprägt ist. Die Mitte der Fastenzeit wird durch den Sonntag „Laetere“ symbolisiert. Bis zum 19. Jahrhundert war es üblich, dass der Papst an diesem Sonntag mit einer goldenen Rose zum Volke trat. Dadurch sollte der weitere Weg Jesu Christi, aber auch seine Leidenszeit verdeutlicht werden. Die Rose steht symbolisch für Jesus. Der vorletzte Sonntag vor Ostern wird „Judika“ genannt. Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag vor Ostern. Er steht für Jesus Einzug nach Jerusalem.

Die Karwoche (auch Heilige Woche), d.h. die letzte Woche vor Ostern läutet das Ende der Passionszeit ein. Die Karwoche beginnt dabei am Tag nach Palmsonntag und endet Karsamstag. Gründonnerstag und Karfreitag gehören noch zur Karwoche.

Andacht während der Fastenzeit

In der katholischen Glaubensgemeinschaft ist es üblich, während der Fastenzeit so genannte Kreuzwegandachten zu halten. Diese Andachten finden meist an den Freitagen der Fastenzeit statt, wobei am Karfreitag üblicherweise eine besonders festliche Andacht abgehalten wird. Diese Tradition lässt sich bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Früher ging man den gesamten Kreuzweg Jesu Christis nach. Bis heute konnten sich im Laufe der Zeit 14 Stationen festigen. Jede der einzelnen Stationen, die den Leidensweg Christi von seiner Verurteilung bis hin zum Betten seines Leichnams darstellen, wird durch unterschiedliche Gebete symbolisiert.

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