Der Biergarten – eine Institution im Sommer

Der Biergarten

Will man den Begriff „Biergarten“ definieren, kommt man nicht umhin, auf die Geschichte des Biers einzugehen. Dabei denkt man wohl vor allem an das deutsche Bier, das Reinheitsgebot u. Ä. Bier ist aber schon sehr viel älter.

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Bier hat eine lange Tradition

Bereits die alten Römer kannten dieses Getränk. Die ersten Biere wurden schon im zweiten Jahrtausend vor Christi gebraut. Zwar ist deren Qualität heute nicht mehr zu beurteilen, archäologische Funde liefern aber Hinweise für ihr Vorhandensein. Im Mittelalter war das Bier vor allem ein Getränk der Mönche in den Klöstern. Sie sollen bis zu fünf Liter täglich getrunken haben. In dieser Zeit entstand auch die Bezeichnung „Bier“. So soll sie auf das neulateinische Verb bibere, trinken zurückgehen.

Die Brauordnung

Noch 1539 schrieb eine bayrische Brauordnung vor, dass Bierbrauen nur in der Zeit zwischen dem 29. September, dem Tag des heiligen Michael, und dem 23. April, dem Tag des heiligen Georg, gestattet ist. Die entstehende Hitze beim Brauen war im Sommer zu gefährlich. Eine Feuersbrunst wäre die größte Gefahr für eine Stadt gewesen.

Aber trotzdem wollte man auch oder gerade in der warmen Jahreszeit nicht auf Bier verzichten, also musste man sich einen Vorrat anlegen. Dazu wurde das Bier in Bierkellern, die bis zu zwölf Meter tief waren, kühl gehalten. Unter anderem wurden dafür Eisblöcke verwendet, die man sich im März aus gefrorenen Gewässern geholt hatte. Das ist übrigens der Grund, warum es auch heute noch, vor allem im Oberdeutschen, eine Bierbezeichnung „Märzen“ gibt. Um die notwendige Kühlung aber noch zu verstärken, deckte man die Keller von außen mit einer Kiesschicht ab und pflanzte zusätzlich Kastanien. Ihre breiten Kronen gaben noch Schatten.

Der Garten

Der Garten war geboren und die Idee der Brauer, ihr Bier gleich an Ort und Stelle zu verkaufen und nicht nur an die Gasthäuser zu liefern, lag nahe. Rustikale Bänke und Stühle wurden zur Ergänzung aufgestellt. Natürlich empfanden das die traditionellen Gasthäuser als unliebsame Konkurrenz, bedeutete es doch einen Verdienstausfall für sie. König Maximilian I. (1756 – 1825), der erste König von Bayern und Großvater  von Sissi, schlichtete den Streit am 4. Januar 1812 mit einer entsprechenden Verfügung, dass es „den hiesigen Bierbrauern gestattet seyn solle, auf ihren eigenen Märzenkellern in den Monaten Juni, Juli, August und September selbst gebrautes Merzenbier in Minuto zu verschleißen, und ihre Gäste dortselbst mit Bier u. Brod zu bedienen. Das Abreichen von Speisen und anderen Getränken bleibt ihnen aber ausdrücklich verboten.“ Maximilian I. galt als lebenslustiger Genussmensch und hatte wohl so ein offenes Ohr für die Bedürfnisse seiner Bayern nach Bier. 13 Jahre später durften dann auch ursprünglich reine Schankbetriebe Speisen anbieten. Dennoch ist es bis heute in bayrischen Biergärten erlaubt, das eigene Essen mitzubringen.

Diese bayrische Erfindung Biergarten machte dann Schule, überall in Deutschland, aber auch in ausländischen Touristenzentren haben Gartenrestaurants mit Bierausschank und meist eingeschränktem Speiseangebot die Bezeichnung „Biergarten“ erhalten. Der Garten benennt hier einen öffentlichen Raum, der allen zugänglich ist. Analog dazu gibt es auch den zoologischen Garten, den Kuchengarten u. Ä. Ursprünglich war der Garten nur ein abgegrenztes Stück Land zum Anpflanzen von Obst und Gemüse, also ein privater Garten, der nicht jedem zugänglich war. Der sprachliche Ursprung ivon „Garten“ ist nicht eindeutig geklärt. Mit ihm verwandt sind aber sowohl das englische „yard“, der Hof als auch das tschechische „hrad“, wie wir es im Hradschin, der Prager Burg finden.

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