Das wohl schlimmste nach einer Feier ist was? Na klar, der allseits unbeliebte Kater danach. Müdigkeit, Übelkeit und das gepaart mit Kopfschmerzen. Die wohl schlimmste Kombination. Der Kater ist ein beliebter Begleiter übermäßigem Alkoholkonsums (man also seine Grenzen eindeutig überschritten) und für den ein oder anderen gern auch mal der Beweis am Tag danach, dass die Party doch recht gut war. Viele schreckt ein eventueller Kater ab, Alkohol auf Partys zu trinken. Generell ist das je erst einmal gut, aber wir dürfen euch beruhigen, man kann aktiv etwas gegen den eventuelle Kater machen bzw. auch wenn es schon zu spät ist und die Kopfschmerzen da sind. Dazu beschäftigen wir uns erst einmal damit, was ein Kater überhaupt ist.

Wie entsteht der Kater am Morgen danach

Oft wird zwar gesagt, dass Alkohol generell dehydrierend wirkt, das ist auch so, aber das ist nicht zwingend der Grund für einen Kater am nächsten Morgen. Ein fast größerer Grund ist der Energieverlust, der durch die Zufuhr von Alkohol gefördert.

Ein wichtiges Hormon im Körper ist Vasopressin (Antidiuretisches Hormon). Es sorgt dafür, dass die Nieren versuchen, Wasser aus Getränken und Lebensmitteln wieder aufzuarbeiten und dem Körperkreislauf zurückzuführen. Durch die Zunahme von Alkohol wird die Ausschüttung des Hormons unterbunden und somit sämtliches Wasser als Urin abgeführt (daher müssen z. B. insbesondere Bierliebhaber beim Genuss jenes öfters auf Toilette). So entsteht zwangsläufig ein Flüssigkeitsmangel im Körper, der zu einer Austrocknung führt und damit auch zu Kopfschmerzen (gerade das Gehirn benötigt viel Flüssigkeit bzw. reagiert am stärksten auf einen Mangel an Flüssigkeit im Körper).

Der Abbau des Alkohols im Körper ist die Aufgabe der Leber. Das Alkohol (also auch Ethanol) in der Leber nur unter großem Energieaufwand abgebaut werden kann, wird diese Energie dem Körper entzogen. Das menschliche Gehirn ist aber selbst ein großer Energieverbraucher. Die Glucose (Zucker), die die Energie liefert reicht also im Körper nicht aus und wird dem Gehirn entzogen. Daher kommt es zu einer starken Unterzuckerung im Gehirn, was dann ebenso zu Kopfschmerzen führt.

Typische Symptome eines Katers sind vor allem

Fast immer Kopfschmerzen (im vorderen Kopfbereich)

Häufig Übelkeit

Häufig Gefühl des ausgetrocknet sein (hohes Durstgefühl)

Häufig Konzentrationsprobleme

Häufig erhöhte Lichtempfindlichkeit

Häufig erhöhte Lärmempfindlichkeit

Häufig erhöhte Müdigkeit

Häufig Stimmungsschwankungen

Selten auch Durchfall und Magenkrämpfe

Selten auch erhöhte Herzfrequenz

Ob man nun einen Kater mit den genannten Symptomen bekommt oder nicht liegt unbedingt daran, wie viel man trinkt. Ausschlaggebend ist eher, was man trinkt. Warum wohl haben z. B. haben Personen die viel Wodka trinken eher seltener einen Kater als Biertrinker? Die Qualität und die Herstellung des Alkohols ist ebenso ausschlaggebend, ob es zum Kater kommt oder nicht.

Bei alkoholischen Getränken gilt die Regel, je mehr Inhaltsstoffe im Getränk sind, desto mehr Energie benötigt der Körper, den Alkohol abzubauen. Rotwein oder Whiskey (also Fass gelagerte Alkoholika) aber auch Weißwein, Gin und Brandy haben mehr Inhaltsstoffe als z. B. Wodka. Wodka besitzt wenige Grundstoffe und ist durch seine Herstellung ein eher sauberes alkoholisches Getränk. Das trägt dazu bei, der er schneller und leichter abgebaut werden kann. Unsauberer Alkohol hat oftmals Methanol und Fuselöle als Inhaltsstoffe, welche teils durchaus auch giftig sind und demzufolge sehr schwer abgebaut werden kann (und auf Dauer auch zu gefährlichen Leber- und Nierenschäden führen).

Wo sich wie Wissenschaft noch nicht ganz einig ist, ist die Frage, ob Männer mehr Alkohol vertragen als Frauen. Hauptunterschied ist, dass Männer für gewöhnlich mehr Muskelmasse haben als Frauen und somit auch mehr wiegen. Die haben einen höheren Anteil an Fettgewebe welches als Alkoholspeicher dient und den Alkohol kontinuierlicher ins Blut abgibt. Das wiederum führt dazu, dass Männer mehr Körperflüssigkeit haben und nicht so schnell „austrocknen“ durch das blockieren des Hormons Vasopressin. Auch wird der Alkohol bei Männern schneller abgebaut im Körper als bei Frauen. Bei ihnen ist das Enzym Alkohol-Dekydrogenase nicht so aktiv im Magen wie bei Männern. Somit ist es oftmals so, dass Frauen beim Trinken schneller auf einen hohen Promillewert (Menge Alkohol im Blut zur Körpergewicht) im Körper kommen als Männer.

Genug der Theorie, jetzt mal zu den wichtigen Dingen, Und zwar, was ihr genau gegen einen Kater machen könnt.

Tipps und Tricks bei einem Kater

Der beste Tipp ist natürlich, keinen Alkohol zu trinken. Aber das ist nun nicht unbedingt in jedermanns Sinne. Man kann gegen den Kater natürlich schon was machen und das nicht nur wenn er schon da ist.

Vor der Party

Vor der Party sollte man eine Grundlage schaffen in dem man vorher vor allem fett- und eiweißreiches Essen zu sich nimmt. Durch die schwere Verdauung der Speisen bleiben diese länger im Magen und die Alkoholaufnahme ins Blut verzögert sich merklich. Kohlenhydratreiche Speisen sind z. B. Pasta und Pizza, Burger, Pommes mit Mayonnaise, Buletten aus Hackfleisch, Kartoffelsalat, fetter Fisch oder einen Braten.

Ihr könnt euch für den Tag danach schon mal einen schönen Salat mit Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln, Petersiele und Knoblauch vorbereiten. Der zieht über Nacht durch und versprochen, ihr werdet euch am Tag danach darüber freuen.

Bereitet weitere Tipps von weiter unten (vor dem Schlafengehen) vor.

Während der Party

Um einem Mineralstoffmangel vorzubeugen, sollte man während der Party fett- und salzhaltige Snacks zu sich nehmen. Vor allem Oliven, Chips, Salzstangen und Erdnüsse eigen sich dazu bestens. Verzichtet aber auf Süßes. Zucker fördert die Bildung von Alkohol-Abbauprodukten.

Immer darauf achten was man trinkt. Vorsicht bei Brandy, Whiskey, Rum, Gin oder Rotwein. Auch bei gezuckerten Getränken wie Bowle, Sahnecocktails und vor allem Glühwein aufpassen. Zucker verstärkt die Aufnahme des Alkohols ins Blut.

Möglichst Mischkonsum von Alkohol vermeiden und bei einem Getränk (mit wenig Zucker). Da Alkoholika unterschiedliche Fuselalkohole besitzen, werden diese gerade beim Mischen noch giftiger.

Langsam trinken! Der Körper baut pro Stunde ca. 15 Milliliter reinen Alkohol ab. Am besten ihr trinkt daher pro Stunde maximal ein kleines Bier oder einen Schnaps. Dann kommt euer Körper mit dem zeitnahen Abbau auch hinterher.

Um den Flüssigkeitsentzug durch den Alkohol entgegen zu wirken, trinkt zwischendurch immer mal ein Wasser (am besten nach jedem 2-3 alkoholischen Getränk ein Glas Wasser).

Auf Partys wird auch gern geraucht und das nicht gerade wenig. Das kennt jeder Raucher dass man in Gesellschaft mehr raucht. Aber Rauchen entzieht dem Körper Sauerstoff und Vitamine. Dies begünstigt einen noch stärkeren Kater am nächsten Tag.

Vor dem Schlafengehen

Vor dem Schlafengehen solltet ihr Magnesium und Kalzium zu euch nehmen (gibt es als Brausetabletten zum Auflösen in Wasser). Euer Köper wird es euch danken, da ihr ihm so notwendige Spurenelemente zufügt.

Auch Honig ist ein guter Helferlein. Die im Honig enthaltene Fructose unterstützt hervorragend den Alkoholabbau über die Nacht.

In der Apotheke gibt es die sogenannte Brechnuss (Nux vomica). Dabei handelt es sich um ein homöopathisches Mittel, dass man vor dem Schlafgehen einnehmen sollte. Hilft sehr gut gegen Übelkeit und Brechreiz.

Verzichtet vor dem Schlafengehen unbedingt auf Paracetamol. Das belastet im Schlaf die Leber noch mehr.

Abschminken ist ebenso hilfreich. Auch wenn man müde und vielleicht betrunken ist. So kann sich die Haut über Nacht erholen und auch besser Wasser abgeben. Dies reinigt den Körper faktisch von innen heraus.

Ganz wichtig: unbedingt bei offenem Fenster schlafen! So kommt mehr Sauerstoff in den Schlafraum und dies hilft dem Körper bei der Regeneration.

Um ungewollte Karussellfahrten im Bett zu verhindern, nehmt lieber 1 Kissen mehr und sorgt dafür, dass der Oberkörper höher liegt als die Beine.

Alkohol schwächt den Kreislauf. Daher nicht heiß baden sondern eher lauwarm duschen. Wer den Kreislauf kurzfristig in Schwung bringen will, sollte die Beine von den Füßen an mit kaltem Wasser abduschen. Wirkt schnell und effizient.

Am Tag danach

Nun ist es doch passiert. Am Tag danach ist der Kater nun doch da. Hier sind nun die besten Tipps, was euch beim Kampf gegen den Kater hilft.

Generelle Tipps und Tricks bei einem Kater

Zuerst die Bitte an euch, am Tag danach das Auto stehen zu lassen. Pro Stunde baut der Körper nur 0,1 bis 0,15 Promille Alkohol im Blut ab. Auch wenn ihr euch vielleicht fahrtüchtig fühlt, kann der Blutalkoholspiegel nach wie vor über dem erlaubten Grenzwert von 0,3 Promille (Stand März 2015) liegen.

Als erstes solltet ihr versuchen. so zeitig wie möglich aufzustehen, damit der Kreislauf schnell wieder in Schwung kommt.

Frische Luft hilft nicht nur in der Nacht. Auch am Tag danach solltet ihr rausgehen (egal wie das Wetter ist!). Ein Spaziergang oder eine kleine Radtour bringen den Kreislauf in Schwung und fördern den Alkoholabbau.

Zu Hause einfach auf den Boden legen und die Beine im ein einer Wand entlang senkrecht in einem 90 Grad-Winkel ausstrecken. Das hilft, damit das Blut aus den Beinen wieder abfließt. Damit wird die Sauerstoffaufnahme im Gehirn aktiviert und somit die Gehirnaktivität.

Ein warmes Fußbad mit ätherischen Ölen hilft den Körper zu entgiften. Danach die Füße mit einer reichhaltigen Fußcreme pflegen.

Bei Sodbrennen hilft am besten ein Stück rohe Kartoffel gut kauen und essen.

Gegen die „Fahne“ am Tag danach hilft das Kauen von Petersilienblättern. Das in den Blättern enthaltene Apiol bekämpft den Mundgeruch auf natürliche Weise. Auch schwarzer Tee mit seinen Polyphenolen hilft ebenso wie ein Blatt Ingwer auf der Zunge zergehen lassen.

Das hilft euch schnell gegen die Kopfschmerzen

Immer leichte Schmerztabletten im Haus haben (gibt es rezeptfrei in der Apotheke). Bei Kopfschmerzen am Tag danach helfen diese. Aspirin ist ebenso eine gute Entscheidung. Bitte achtet aber vor allem bei der Dosierung von Schmerzmitteln darauf, was in der Packungsbeilage steht. Es handelt sich dabei schließlich um ein Medikament.

Alternativ dazu hilft auch ein Eisbeutel oder kalter Waschlappen. Durch die Kälte werden die Blutgefäße verengt, was den Kopfschmerz bekämpft.

Pfefferminzöl oder Tigerbalsam langsam in kreisförmigen Bewegungen einmassieren auf der Stirn, den Schläfen und dem Nacken.

Das Pfefferminzöl kann man auch auf über der Nasenwurzel verreiben. Die Frische hilft dann gehen die Kopfschmerzen durch den Kater.

Ein Espresso mit etwas Zitronensaft ist ein Anti-Kater-Geheimtipp und bekämpft die Kopfschmerzen.

Das hilft gegen die Übelkeit

Ingwertee hilft gegen Übelkeit und Schwindelgefühl! Die Produktion von Magensäure wird dadurch angekurbelt und auch das Nervensystem beruhigt.

Bei starker Übelkeit folgenden Trick anwenden: Einen Apfel halbieren und unter die Nase halten. Hilft definitiv gegen den Brechreiz.

Auch Bananen und Zwieback sowie Fenchel helfen bei Übelkeit und beruhigen den Magen.  Nimmt man Bananen und macht mit Honig und Beeren einen Shake draus, führt man dem Körper schnell die wichtigen Nährstoffe Magnesium, Zink und Vitamin C zu. Ein echter Tipp!

Welche Ernährung wirkt unterstützend gegen den Kater

Tut euch was Gutes und frühstückt ausgiebig. Achtet dabei darauf, viele Vitamine und Mineralstoffe zu euch zu nehmen. Gut ist vor allem: Saure Gurken, Rollmops (enthält besonders viele Mineralstoffe), Gemüsebrühe, Vollkornbrot, Radieschen und Tomaten, Joghurt mit Früchten. Gern die Speisen auch extra salzen damit die verloren gegangenen Salze wieder zugeführt werden. Kleiner Tipp: unbedingt Eier zum Frühstück essen (Eier (egal ob Rührei mit Speck, gekocht oder gebraten). Die Aminosäure Cystein hilft der Leber und den Nieren die Schadstoffe zu binden und auszuscheiden.

Gegen den Durst durch den Flüssigkeitsverlust durch den Alkohol hilft am besten Wasser, Kräutertees (vor allem Grüner Tee zur Entgiftung) oder heißes Wasser mit Zitrone. Damit werden bekommt der Körper wieder notwendige Vitamine und Mineralstoffe. Achtung bei koffeinhaltigen Getränken (Kaffee oder Cola)! Diese sind können vor allem Herzrasen verstärken.

Ebenso solltet ihr auf puren Orangensaft verzichten. Dieser bindet den Blutalkoholgehalt was dazu führt, dass der Kater nicht schnell abklingt. Wenn dann frisch gepressten Orangensaft mit Wasser verdünnen und salzen.

Saisonal nicht immer möglich, aber wenn, dann hilft auch Spargel essen. Er entgiftet den Köper und ist ballaststoffreich.

Wem noch nicht nach fester Nahrung ist, dem empfehlen wir Tomatensaft mit Salz und Pfeffer. Hilft vor allem gegen das Schwindelgefühl, da es den Elektrolyte-Haushalt im Körper wieder in Schwung bringt.

Alternativ könnt ihr auch Joghurt mit Mineralwasser mischen (halb halb) und die Mischung dann trinken.

Eine Bloody Mary ( 4 cl Wodka, 1 cl Zitronensaft, 12 cl Tomatensaft, 1 rohes Eigelb, Pfeffer, Tabasco und etwas Worcestershire-Sauce) ist ebenso ein guter Kater-Killer am nächsten Morgen.

Auch ein (!) Weißbier hilft am Tag danach. Grund ist die isotonische Wirkung des Weißbiers.

Je nachdem wie stark der Kater ist, hilft es auch einfach 2-10 Kaffeebohnen langsam im Mund zu zerkauen. Der Kater sollte dann langsam abklingen.

Wenn alles nicht hilft, gibt es mittlerweile auch eine Anti-Kater-Pille. Angeblich soll durch die Zuführung von Enzymen über die Pille der Alkoholabbau beschleunigt werden. Ob das aber wirklich funktioniert, ist wissenschaftlich nicht belegt.

So, wir hoffen mit den Tipps und Tricks werdet ihr ausreichend vorbereitet sein und dem Kater keine Chance geben. Und falls er doch am Tag danach da ist, gibt es viele Wege ihn zu bekämpfen. Ihr müsst für euch herausfinden, was euch am ehesten hilft und in welcher Kombination. Was hilft euch gegen den Kater? Schreibt eurer Tipps als Kommentar unter den Artikel und helft damit den anderen Lesern.

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5 Kommentare

  1. Kater

    Sehr hilfreich. Wirklich eine Menge Tipps, wen man die meisten befolgt, sollte man keinen Kater mehr haben 😀 Gibt es auch mehr Tipps wenn man gerade den Kater hat?

    Antworten

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