Diese Situation kennt wohl jeder: du hörst ein Lied (was du kennst oder was du magst) und Schwupps singt man es die ganze Zeit vor sich hin bzw. geht es einem nicht mehr aus dem Kopf. Und dann ist der da, der Ohrwurm und hat auch dich befallen.

Ein Ohrwurm ist eben nicht nur ein wirklich existierendes Insekt, nein, umgangssprachlich ist ein Ohrwurm auch ein Musikstück, das man sich leicht merken kann, das eingängig ist und welches man für längere Zeit in Erinnerung behält. Es halt also einen hohen Wiedererkennungswert. Oftmals werden als Ohrwurm Lieder aus dem Bereich Schläger und Disko bezeichnet. Aber auch natürlich kann auch ein Opernstück, ein Heavy-Metal-Song oder ein Technotrack ein Ohrwurm sein. Das ist abhängig vom Hörer. Das Lied kriecht eben wie ein Wurm in das Ohr und bleibt so im Gedächtnis.

Übernommen wurde der Begriff wohl aus dem englischen Sprachgebrauch. Das Wort „earworm“ wurde dabei einfach in die deutsche Sprache übersetzt (auch gern als „head music“ bezeichnet). Schon im 17. Jh. war diese Phänomen bekannt.

Auszeichnen tut sich ein Ohrwurm durch eine ständige Wiederholung von Tonpassagen (nachweislich reichen drei Töne dafür). Bekannte Lieder, die auch über Jahrzehnte hinweg überdauert haben, haben solch eine Wiederholung von einprägsamen Tonfolgen.  Natürlich kann es auch sein, dass gerade nur diese Passagen des Liedes im Kopf bleiben. Ein Ohrwurm zeichnet sich durch Einfachheit (lassen sich leicht mitsingen oder summen), Wiederholung (die besagte Wiederholung von einprägsamen Tonpassagen) oder auch Überraschung (auch Musikstücke mit überraschenden Tonfolgen bleiben gern hängen, z. B. „Nation Army“ der White Stripes) aus. Einfachheit und Wiederholung findet man oftmals in der Popmusik. Einer Strophe folgt ein Refrain, der gängig ist und dem wieder eine Strophe usw. . Genau dass ist auch das Rezept, mit dem erfolgreiche Produzenten ihre Künstler in die Charts bringen (z. B. Dieter Bohlen). Auch Werbejingles können ein Ohrwurm sein und genau das sollen sie auch, damit man so eine Markenbindung aufbaut.

Jeder kennt so ein Lied, definitiv! Wichtig ist bei einem Ohrwurm die individuelle Emotionalität des Liedes. Umso größer diese ist (also dass man beim Hören des Liedes starke Gefühlsregungen hat), desto größer ist die Chance, dass sich das Lied zu einem Ohrwurm entwickelt. Zur Emotionalität können auch Lebensumstände beitragen, bei denen man das jeweilige Lied gehört hat (z. B. die erste Liebe, Trennung usw.). Tja, Musik wird eben über das Gehirn wahrgenommen.

Bekannte Ohrwürmer sind z. B.:

Opus – Live Is Life

Queen – We are the champions

Modern Talking – You’re My Heart, You’re My Soul

Los del Rio – Macarena

WHAM! – Last Christmas

DJ Ötzi – Ein Stern (der deinen Namen trägt)

Was kann man gegen solch eine Melodie des Grauens machen?

Das ist schwer zu beantworten. Mal hilft ein anderes Lied hören (Vorsicht, nicht dass es sich dabei um einen anderen Ohrwurm handelt), mal hilft Meditation oder eine schwere Rechenaufgabe, die einen ablenkt. Ablenkung ist dabei generell die beste Hilfe. Konzentriert euch auf eine Aufgabe, bei der ihr denken müsst. Leerlauf im Kopf sorgt dafür, dass wir besonders anfällig für Ohrwürmer sind.

Aber keine Angst, nur in den allerseltensten Fällen bleibt ein Ohrwurm dauerhaft im Gedächtnis. Und wenn doch, helfen wohl angeblich Magnetströme, die man durch das Gehirn fließen lässt. So behaupten jedenfalls einige Neurologen.

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