In den meisten Ländern der Erde ist der Neujahrstag der Tag nach dem Neujahrsfest, das meistens Silvester genannt wird. Ja nach Kultur und Religion variiert aber das Datum des Neujahrstags. So wird z. B. Neujahr nach dem chinesischen Kalender meist Ende Januar bzw. Anfang Februar gefeiert. Der zeitliche Unterschied beruht auf dem gebundenen Lunarkalender (Lunisolarjahr). Nach diesem Kalender fällt das Neujahrsfest immer auf einen Neumond. Durch die Verwendung eines reinen Mondkalenders verschieben sich beim Islam alle Feste jährlich ca. um 11 Tage rückwärts.

In Deutschland ist Neujahr ein gesetzlicher Feiertag. Das bedeutet an diesem Tag haben die meisten Arbeitnehmer frei. Natürlich gibt es gibt aber auch Ausnahmen (so zum Bsp. Ärzte und Polizeibeamte). Die meisten nutzen den Tag aber, sich von den Feierlichkeiten der Jahreswende zu erholen.

Geschichte

Seit dem Mittelalter wird im westlichen Kulturraum Neujahr am ersten Tag des neuen Kalenderjahres gefeiert. Papst Innozenz XII legte dieses Datum fest. Davor galt in vielen Teilen Europas der 06. Januar als Termin.

Aus kirchlicher Sicht entstand das Fest im 15. Jhd. als man am 01. Januar nach das Beschneidungsfest Jesu bzw. die Namengebung Jesu feierte. Geistliche einer Gemeinde machten „Neujahrsgeschenke“ an die Bürger. Diese Geschenke waren eher symbolischer Natur. Im Vordergrund stand die Predigt. Daher kommt auch der Brauch, Verwandten, Nachbarn, Kollegen oder Freunden ein „gesundes neues Jahr“ zuwünschen, also ein symbolisches Geschenk zu machen. Noch heute gibt es daher die Neujahrsgottesdienste und Neujahrskonzerte.

Ausgewählte Termine für das Neujahrsfest

01.Januar

  Deutschland (zuerst im 13. Jhd. in Frankfurt/Main, später Meißen und Thüringen und dann ganz Deutschland), bis zum 13 Jhd. wurde am 25. Dezember „Neujahr“ gefeiert

  Römisches Reich (seit 152 v. Chr, vorher Neujahr am 01. März)

14. Januar

  ziviles orthodoxes Neujahr (kirchliches am 14. September)

13. – 15. April

  Thailand (unter dem Namen „Songkran“)

01. November

  keltisches Neujahr

Als nicht auf ein konkretes Datum festgelegte Neujahrfeste gelten das chinesische, das jüdisches und das muslimische (faith mouharram) Neujahrsfest.

Bauernregeln zum Neujahrsfest

 Wie St. Kathrein (25. November) wird’s Neujahr sein.

 Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter für ein ganzes Jahr.

 Die Neujahrsnacht hell und klar, deutet auf ein reiches Jahr.

 Neujahrsnacht still und klar, deutet auf ein gutes Jahr.

Morgenrot am ersten Tag, Unwetter bringt und große Plag.

 Wenn’s um Neujahr Regen gibt, oft um Ostern Schnee noch stiebt.

 Am Neujahrstage Sonnenschein, lässt das Jahr uns fruchtbar sein.

Weitere Fakten und Informationen

In China ist das Neujahrsfest das größte Fest was gefeiert wird. Es dauert 3 Tage und wird u. a. mit Umzügen (bekannt sind die großen chinesischen Drachen) begangen.

 Oftmals wird am Neujahrstag gut gegessen, da es eine umgangssprachlich heißt: “Wer über die Jahre gut schmaust, hat das ganze Jahr vollauf”.

 Linsensuppe ist zum Neujahrstag eine beliebte Speise, da die Linsen als Symbol für Kleingeld steht was einem im neuen Jahr nicht ausgehen soll.

 Auch beliebt am Neujahrstag ist der Neujahrskarpfen. Wichtig ist dass das Familienoberhaupt eine Schuppe des Karpfens unter den Teller legt und diese dann später das ganze Jahr in der Geldbörse aufbewahrt. Damit soll für eine immer gut gefüllte Geldbörse gesorgt sein.

Internationale Traditionen und Bräuche

 Spanien: Bei jedem Glockenschlag um Mitternacht soll eine Weintraube verzehrt werden. Will man mit Glück und Erfolg ins neue Jahr starten, dann müssen beim letzten Glockenschlag alle Weintrauben aufgegessen werden.

 Israel: Damit das neue Jahr süß wird werde, werden dort süße Äpfel mit Honig zu Neujahr verspeist.

 Russland: Borschtsch und Kutya (die u. a. Getreidekörner beinhalten) stehen für Hoffnung. Für Freude und Erfolg stehen Honig und Mohn.

 Schottland: Schwarzes Laib, auch Black Bun genannt wird serviert. Oftmals trifft man sich Neujahr mit Freunden, trinkt natürlich Whisky und verzehrt Haggis oder gefüllten Schafsmagen.

 England: gebacken werden dreieckige Törtchen die mit Hackfleisch gefüllt sind. Diese werden als Geschenk weiter gegeben wenn man zu Neujahr die Nachbarn besucht und gemütlich die Törtchen verspeist und Wein trinkt.

 Griechenland: Münzen werden in Basiliusbrot eingebacken. Der Finder darf sie behalten.

 USA: Spontan werden Freunde und Bekannte besucht und dabei alles Gute und Erfolg für das neue Jahr gewünscht.

 Japan: Es wird Reiskuchen gebacken. Meist eine Woche vor dem Neujahrstag in gemütlicher Runde.

Berühmte Zitate zu Neujahr

„Das Fortrücken in der Kalenderjahrzahl macht wohl den Menschen, aber nicht die Menschheit reifer.“ (Johan Peter Hebel, dt, Dichter, 1760-1826)

„Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.“ (Hal Borland)

„Das neue Jahr hat so lange eine weiße Weste, bis man sie anzieht.“ (Hans Fallada, dt. Schriftsteller, 1893-1947)

„Das Neujahr und seine Feier ist so was wie eine Theaterpause – man geht ans Buffet auf ein Gläschen und kommt auf seinen Platz zurück. Die Optimisten hoffen dabei, daß der nächste Akt besser sein wird als die vorigen. (Auch ich habe diese Hoffnung: dass der nächste Akt – sprich: das nächste/neue Jahr – besser sein wird als der vorige. Erheben wir darauf unsere Gläser!)“ (Gabriel Laub, dt.-poln. Schriftsteller, 1928-1998)

„Der Jubel über den Jahreswechsel ist auch ziemlich banal – schließlich kommt ein neues Jahr jedes Jahr wieder. Jahre sind eine ziemlich solide Ware. Sie werden pünktlich geliefert, und jedes hält, was es verspricht: Genau ein Jahr, keine Sekunde mehr, aber auch keine Sekunde weniger. Wie in alten handwerklich-frühkapitalistischen Zeiten. (Pünktlich auf die Sekunde genau kam auch diesmal der Jahreswechsel. Und jetzt ist es wirklich amtlich, kein Zweifel mehr zugelassen: Das neue Jahrtausend ist angebrochen! Jetzt sind wir wirklich drin, würde ich zu Bobbele sagen …)“ (Gabriel Laub, dt.-poln. Schriftsteller, 1928-1998)

„Es ist von grundlegender Bedeutung, jedes Jahr mehr zu lernen als im Jahr davor.“ (Peter Ustinov, engl. Schauspieler/Schriftsteller, 1921-2004)

„Im neuen Jahr Glück und Heil./ Auf Weh und Wunden gute Salbe./ Auf groben Klotz ein grober Keil./ Auf einen Schelmen anderthalbe.“ (Johann W. Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)

„Neujahrswunsch: Weniger Rede, mehr Gedanken, weniger Interessen, mehr Gemeinsinn.“ (Walther Rathenau, dt. Politiker, 1867-1922)

„Wenn ein Jahr nicht leer verlaufen soll, muss man beizeiten anfangen.“ (Johann W. Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)

„Wochen vor dem chinesischen Neujahrsfest wird “Frühjahrsputz” gemacht. Gebäude erhalten einen neuen Anstrich, Stühle und Tische werden repariert und Schulden bezahlt.“ (Sheila Wong, amerik. Schriftsteller, 1960 – )

„Wer sich im alten Jahr nicht getraut hat, wird auch dem neuen Jahr nicht trauen.“ (Herbert Wehner, dt. Politiker, 1906-1990)

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